Fachwerk Fachwerk ist (u.a.) eine spätmittelalterliche – und auch heute noch praktizierte – Bauweise. Historische Fachwerk-Gebäude findet man in Sachsen-Anhalt insbesondere im Harz, nördlich des Harzes und in der Altmark – z.B. in Halberstadt, Stolberg, Salzwedel und Tangermünde. Quedlinburg mit seinen 1.300 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten (nebst mittelalterlichem Stadtgrundriss, Schloss, Schlossberg, Stiftskirche und Münzenberg) wurde 1994 von der UNESCO als Weltkulturerbe geadelt. 1990 wurde die „Deutsche Fachwerkstrasse“ gegründet, die auf über 2.800 km zwischen Elbmündung und Bodensee durch 6 Bundesländer verläuft – darunter Sachsen-Anhalt. www.deutsche-fachwerkstrasse.de
Fähren / Gierseilfähren
In Sachsen-Anhalt gibt es zahlreiche Fähren über die Elbe und die Saale. Die meisten sind Gierseilfähren – ein Gefährt, das der Holländer Hendrick Heuck 1657 erfunden hat, und das eine der großen Attraktionen auf den Flüssen ist. Das Prinzip: Mit Seilen kann der Neigungswinkel der Fähre zur Strömung verändert werden und die Fähre wird, ohne eigenen Antrieb, von der Strömung zum anderen Ufer geschoben. Erste Gierseilfähre (setzten sich im 18. Jh. durch) über die Elbe: 1682, bei Rosslau (OT von Dessau). Ansprechpartner für eine Übersicht über alle (Gierseil-) Fähren Sachsen-Anhalts unter www.blauesband.de
Fahrtziel Kultur
Fahrtziel Kultur ist ein bundesweites Tourismusprojekt (Broschüre und Internetseite), eine Reise ins Mittelalter von (hauptsächlich) 12 deutschen Städten - mit den wichtigsten Daten und Ausstellungen zum Thema Mittelalter, mit Empfehlungen für Museen, Veranstaltungen, Reisetipps und Hotel-Arrangements. Von den 12 ausgesuchten Städten liegen Magdeburg, Naumburg und Quedlinburg in Sachsen-Anhalt („Straße der Romanik“). Die Broschüre „Fahrtziel Kultur – Reisen ins deutsche Mittelalter“ kann bei der Tourismus-Marketing-Sachsen-Anhalt GmbH bestellt werden ( www.tm-sachsen-anhalt.de ). Internet: www.fahrtziel-kultur.de. Englische Seiten „Journey through the German Middle Ages“: www.destination-culture-germany.com
Familienurlaub / Landurlaub
Für Familien gibt es viel zu entdecken in Sachsen-Anhalt. Traumhafte Weite, Ruhe, Natur und viele Landurlaub-Erlebnisse für Familien bietet die Altmark im Norden des Reiselandes: Reiten, Radfahren, Baden, Urlaub auf dem Bauernhof, Übernachten im Heuhotel oder in der Ferienwohnung in historischem Gemäuer. Angebote für Landurlaub in ganz Sachsen-Anhalt enthält die kostenfreie Broschüre „Erlebnis Landurlaub“ der Tourismus-Marketing Sachsen-Anhalt GmbH. Für kleine Entdecker sind die Mittelaltererlebnisse an der „Straße der Romanik“ ganz große Abenteuer, z.B. die Kinderkemenate auf Schloss Neuenburg oder die Megedeborch im Magdeburger Kulturhistorischen Museum. Auf den „Himmelswegen“ können sie sich kindgerecht in der Arche Nebra auf die Spuren früher Sternengucker machen. An den vielen Flüssen und Seen des „Blauen Bandes“ lässt es sich wunderbar Pirat und in der Westernstadt Pullman-City im Harz Cowboy und Indianer sein. www.landurlaub-sachsen-anhalt.de
Faust
Die beiden Bücher über das Leben des Johann Faust (ca. 1480-1538) „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808) und der kurz nach Goethes Tod 1832 erschienene „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ (Faust I und II) sind das Hauptwerk von Johann Wolfgang von Goethe und gehören zu den wichtigsten und wohl meist zitierten Werken der deutschen Literatur. Faust I spielt z.T. im Harz in Sachsen-Anhalt. Oberhalb des Bodetales bei Thale liegt der Hexentanzplatz, über den Goethe in der Walpurgisnacht (30.04./01.05.) die Hexen fliegen lässt. Im Saal des Brockenhauses auf dem Brocken wird regelmäßig die Rockoper "Faust" aufgeführt; zu den Vorstellungen kann man mit der Brockenbahn (Harzer Schmalspurbahnen) fahren.
Feininger, Lyonel (1871-1956)
Lyonel Feininger, in New York geboren und gestorben, war berühmt als Karikaturist, später als Maler und Grafiker. 1887 zog er nach Deutschland. Von 1919 (erster Bauhaus-Meister in Weimar) bis 1931 (seit 1926 in Dessau) arbeitete er am Bauhaus. Für die Stadt Halle (Saale) malte er elf Ansichten der Stadt. Die Nationalsozialisten erklärten sein Werk zur „entarteten Kunst“. Die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, ein Museum und Ausstellungshaus für die Kunst des 20. Jh. und der Gegenwart, zeigt die weltweit bedeutendste Sammlung seiner Druckgrafiken – und zahlreiche andere seiner Arbeiten. www.feininger-galerie.de
Ferropolis
Ferropolis, die „Stadt aus Eisen“, Teil der Industriekultur-Route „Kohle-Dampf-Licht“ liegt auf einer Halbinsel im Gremminer See bei Gräfenhainichen auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus Golpa-Nord. Fünf Schaufelrad- und Eimerkettenbagger (bis 130 m lang, bis 30 m hoch) und Absetzer, zusammen 7.000 Tonnen schwer, zeugen hier von der Industriekultur des Landes. Ferropolis war EXPO 2000-Projekt. 2000 wurde die Arena (für 25.000 Menschen) auf dem Areal eröffnet. Viele Kultur(groß-)veranstaltungen vom Irontown-Triathlon bis zum Melt!-Festival. Ferropolis gehört zur „European Route of Industrial Heritage“ (ERIH). www.ferropolis.de
Festivals
Sachsen-Anhalt ist Musikland, seit jeher. Die Festivallandschaft ist hier deshalb besonders facettenreich und reicht von mittelalterlichem Minnesang („montalbâne“-Festival in Freyburg/Unstrut) über die jährlichen Händel-Festspiele in Halle (Saale) bis zu Crossover-Spektakeln im Kraftwerk Vockerode. Echte musik.zeit.reisen, die das ganze Jahr zum Festival machen. Weitere Festivals und Reihen als Auswahl: MDR-Musiksommer mit Reihen wie „Konzerte an der ‚Straße der Romanik’“ oder in den „Gartenträumen“, Gartenreichsommer, Filmmusiktage Sachsen-Anhalt, Festival "Women in Jazz", Wernigeröder Schlossfestspiele, Wittenberger Renaissance Musikfestival, Ballenstedter Musiksommer, Classic Open Air Magdeburg, Quedlinburger Musiksommer, Splash! Festival in Pouch, Melt! in Ferropolis, Dixieland- und Swingtage Quedlinburg. www.musikland-sachsen-anhalt.de, www.sachsen-anhalt-tourismus.de
Fläming, Naturpark
Der Naturpark „Fläming Sachsen-Anhalt“ - über 82.000 Hektar großer Teil des Fläming (nördlichste Erhebung in Deutschland vor der Meeresküste) - liegt nördlich der Region um Lutherstadt Wittenberg und Dessau-Roßlau. Er ist seit 2005 der sechste und jüngste Naturpark Sachsen-Anhalts. Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln, einem Wechsel von Wiesen und Äckern, Wäldern und romantischen Bachtälern. Der Naturpark grenzt an das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe und an die UNESCO-Welterbestädte Lutherstadt Wittenberg (Lutherstätten) und Dessau-Roßlau (Bauhaus, Meisterhäuser u.a.) sowie an das Gartenreich Dessau-Wörlitz. Er ist ideal für Wanderer, Radler (viele Radwanderwege), zum Skaten (Fläming-Skate) und bietet Angebote für "Urlaub auf dem Land". www.naturpark-flaeming.de Flechtingen (KO) Flechtingen ist ein Luftkurort im Süden der Altmark in der Region Ostfalen im Landkreis Börde, unweit der Stadt Haldensleben. Es liegt im sehr waldreichen „Flechtinger Höhenzug“ (Stieleichen, Hainbuchen). Die Waldluft und 1.700 Sonnenstunden im Jahr, bei nur 13 Tagen mit „Wärmebelastung“, lassen die Besucher aufatmen. Mittelpunkt des Ortes ist das Flechtinger Wasserschloss (14. Jh.) mit seinem 13 Hektar großen Schlosssee und den ihn umgebenden Parkanlagen. Das Median-Klinikum Flechtingen bietet u.a. moderne Kurmedizin und Wellness. www.luftkurortflechtingen.de
Flughafen
Sachsen-Anhalt hat drei regionale Verkehrslandeplätze (Business- und Privatflieger) in Magdeburg, Halle (Saale) und Cochstedt. Für Linien- und Charterflieger ist das Land gut angebunden an die Flughäfen Halle/Leipzig, Berlin und Hannover.
Flüsse / Flusslandschaften
Wichtigster Fluss für Wasserwanderer und Schifffahrt ist die Elbe, die Sachsen-Anhalt auf 303 Kilometern Länge durchzieht. Der Fluss und seine Uferlandschaften bilden das Biosphärenreservat Mittelelbe, ein UNESCO-geschütztes „Blaues Band“, das viele touristische Highlights des Reiselandes miteinander verbindet und Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen wie den Elbebiber bietet. Weitere Fließgewässer: Saale und Unstrut (ideal für Paddler, wunderschöne natürliche Flussschleifen, am Ufer Weinhänge, bedeutende Schlösser und Burgen), Elbe-Havel-Kanal, Havel, Mittellandkanal und Mulde (besonders schöner naturnaher Fluss mit malerischen Auwaldresten und spannenden Wasserlandschaften wie dem Muldestausee und dem benachbarten künstlichen See Goitzsche bei Bitterfeld). www.blauesband.de
Fluss-Radwege
Ein Großteil des ca. 2.000 km langen Radwegenetzes Sachsen-Anhalts verläuft entlang der zahlreichen Flüsse und Seen des Landes. Neben Radwegen, die „ihren“ Fluss schon im Namen tragen, sind unter solchen flussbegleitenden Strecken auch Fernradwege, Rundkurse, Verbindungswege und thematische Touren. Einige der beliebtesten Fluss-Radwege: Elberadweg (330 km), Gartenreichtour Fürst Franz (72 km), Aller-Radweg (61 km), Saale-Radwanderweg (177 km / Länge der Wege jeweils in Sachsen-Anhalt). www.fluss-radwege.de
Fontane, Theodor (1819-1998)
Theodor Fontane, im brandenburgischen Neuruppin geboren, war Schriftsteller, Journalist und Apotheker. Sein wohl berühmtester Roman „Effi Briest“ hatte, wenig bekannt, eine reale Frau als Vorbild, deren Leben in diesem Buch beschrieben wird: Elisabeth Freiin von Plotho aus Zerben, einem Ort der Gemeinde Elbe-Parey im Nordosten von Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg im Jerichower Land. Sein Roman „Grete Minde“ (nach einer altmärkischen Chronik) spielt in Tangermünde in der im Norden Sachsen-Anhalts gelegenen ländlichen Altmark. Ein Schauplatz in seinem Roman „Cecile“ ist das von ihm öfter gern besuchte Hotel Zehnpfund in der Stadt Thale im Harz.
Francke, August Hermann (1663-1727)
Der Theologe und Pädagoge August Hermann Francke wurde in Lübeck geboren und starb in Halle (Saale). 1687 wurde der Pietist Professor für Griechisch und Orientalische Sprachen an der Theologischen Fakultät der Universität Halle. 1695 gründete er in der Stadt sein Lebenswerk: die Franckeschen Stiftungen, die sich von einem Waisenhaus (1698) zwischenzeitlich zu einer religiösen Schulstadt (mit Werkstätten, Apotheke, Landwirtschaft, etc.) mit bis zu 2.500 Menschen entwickelten. Heute sind die Stiftungen ein pädagogisches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum (über 4.000 Menschen) von europäischer Bedeutung.
Franckesche Stiftungen
Die Frankeschen Stiftungen in Halle (Saale) wurden 1695 von dem Theologen und Pädagogen August Hermann Francke (1663-1727) gegründet und sind dessen Lebenswerk. Die Stiftungen, ein pietistisches Sozial- und Bildungswerk, entwickelten sich von einem Waisenhaus (1698) in den ersten 50 Jahren zu einer religiösen Schulstadt (mit Werkstätten, Apotheke, Landwirtschaft, etc) mit bis zu 2.500 Menschen. Heute sind die Stiftungen und ihre 23 Partnereinrichtungen auf dem weitläufigen Gelände, ein pädagogisches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum von europäischer Bedeutung, in dem über 4.000 Menschen leben, lehren, lernen und arbeiten. Zu den Stiftungen gehören u.a.: Schule, Kindergarten, Kinderkreativzentrum, Jugendwerkstatt, Bibelzentrum, eine große Bibliothek, museumsähnliche Einrichtungen, Forschungseinrichtungen (Uni und außeruniversitär) und traditionelle Gewerbebetriebe. www.francke-halle.de FrauenOrte „FrauenOrte - Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt“ ist eine Initiative von touristischen Orten, die besonders auf das Wirken von bedeutenden Frauen auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt verweisen. Das Projekt entstand auf Anregung der Sachsen-Anhalt-Frauen-Initiativ-Runde (SAFIR) in Vorbereitung der EXPO 2000 in Sachsen-Anhalt. Die mit Hinweistafeln gekennzeichneten und in dem gleichnamigen Buch des Mitteldeutschen Verlages (mdv) beschriebenen FrauenOrte sind in ganz Sachsen-Anhalt zu finden. Sie befassen sich mit rund 1.000 Jahren Geschichte und führen zu den Wirkungsstätten so bedeutender Frauen wie Editha, Mechthild von Magdeburg, Katharina II., Dorothea von Exleben oder Hedwig Courths-Mahler. Alle Frauenorte und weitere interessante Informationen zum Thema unter www.frauenorte.net.
Freilichtbühnen / Naturbühnen
Bühnen unter freiem Himmel sind in Sachsen-Anhalt fast überall im Land zu finden. Zwei der bekanntesten mit grandiosen Aus- und Einblicken findet man im Harz - am Hexentanzplatz in Thale (Bühne u.a. des Harzer Bergtheaters) und in der Harzgemeinde Altenbrak bei Rübeland im Bodetal. Hier spielt im Sommer unter anderen das Nordharzer Städtebundtheater. www.harzer-bergtheater.de, www.harztheater.de
Freyburg/Unstrut (SdR)
Die Kleinstadt Freyburg liegt im Burgenlandkreis im unteren Unstruttal (tausendjährige Weinbau-Tradition) und ist mit ihren Weinterrassen, den Orchideen auf den Muschelkalkhängen, der Hügellandschaft und ihrem milden Klima Teil der sogenannten „Toskana des Osten“ im Saale-Unstrut-Gebiet und seit 1999 „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Die Stadt liegt an der „Straße der Romanik“: Schloss Neuenburg (11. Jh.) mit der Doppelkapelle (12. Jh.) und die Stadtkirche St. Marien (13. Jh., dreischiffige Basilika). Freyburg ist Sitz der Rotkäppchen-Sektkellerei. Dort und in den Kellern der Winzervereinigung können Sekt und Saale-Unstrut-Weine in authentischer Umgebung verkostet und erworben werden.Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) lebte lange in Freyburg und starb hier auch. www.freyburg-info.de Freyburger Winzerfest Das jährliche Freyburger Winzerfest in der Stadt an der Unstrut im Burgenlandkreis findet immer am 2. Septemberwochenende statt und ist das größte Weinfest Mitteldeutschlands. Hier im Saale/Unstrut-Gebiet mit seinem milden Klima hat Weinanbau eine über tausendjährige Tradition. Gefeiert wird in der Stadt u.a. auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, im Lichthof der Rotkäppchen-Sektkellerei, auf dem Platz vor der Kirche St. Marien (13. Jh.) und im Freyburger Wein- und Sektkeller. www.freyburg-info.de
Fürst Franz v. Anhalt-Dessau (1740-1817)
Leopold III. Friedrich Franz, Fürst und Herzog von Anhalt-Dessau, gerne auch mit Zuneigung zu „Fürst Franz“ oder "Vater Franz" verkürzt, war ein vielgereister, der Aufklärung zugewandter Reformator, der seinen kleinen Staat Anhalt-Dessau zu einem sehr modernen Musterland mit Vorbildfunktion in Deutschland entwickelte. Er schuf das Gartenreich Dessau-Wörlitz („Gartenträume“), das heute zu den UNESCO-Welterbestätten gehört. 2010 begeht der Landesteil Anhalt sein 800jähriges Jubiläum. www.anhalt800.de |