Gardelegen, Hansestadt (GT) Die Stadt Gardelegen (erste Siedlung erwähnt vor 1.000 Jahren) im Altmarkkreis Salzwedel ist eine von sieben Hansestädten in der im Norden Sachsen-Anhalts gelegenen Altmark. Um die schöne Altstadt verlaufen die Reste der Wallanlagen (1300), die im 19. Jh. bis auf Teile der Stadtmauer und -tore geschleift wurden. Nach der Schleifung wurde hier ein grüner Ring mit Promenadenweg um den mittelalterlichen Stadtkern angelegt – er gehört heute zu den „Gartenträumen“. Von den drei Stadttoren ist das Salzwedeler Tor gut erhalten. Sehenswürdigkeiten: Rathaus (Spätgotik, 1241 zuerst erwähnt), Marienkirche (13. Jh.), Nikolaikirche (15. Jh., Ruine). www.gardelegen.info
Gartenreich Dessau-Wörlitz (GT, Unesco-Weltkulturerbe)
Die „perfekte Verbindung des Schönen mit dem Nützlichen“ schuf Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau mit seinem 1760 bis 1817 angelegten Gartenreich. Der mit den Gedanken der Aufklärung vertraute Fürst wollte ein modernes Musterländchen entwerfen, in dem nichts Schönes ohne Nutzen für die dort lebenden Menschen ist. In seinem kleinen Fürstentum an Elbe und Mulde setzte er viele fortschrittliche und humanistische Ideen um, integrierte Schulen und andere öffentliche Gebäude in das Gartenreich. Sechs Parks auf 142 Quadratkilometern: Stadt, Schloss und Park Oranienbaum; Schloss und Park Mosigkau; Landschaftsgarten Großkühnau; Georgium; Luisium; Sieglitzer Park; Wörlitzer Anlagen. Im Gartenreich: Geheimnisvolle Grotten, unterirdische Gänge, Seen, Kanäle, klassizistische und neugotische Bauwerke, Statuen am Wegesrand, ein künstlicher Vulkan. 1764 bis 1800 entstand das Herzstück des grünen Reiches, die Wörlitzer Anlagen. Sie gelten als erster Landschaftsgarten Kontinentaleuropas. Seit 1988 gehört das Gartenreich zum UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe und seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Es umschließt die Bauhaus-Stadt Dessau-Rosslau, gehört zur Reiseregion „Luther-Bauhaus-Gartenreich“ und ist eine der bekanntesten und schönsten Sehenswürdigkeiten Sachsen-Anhalts. Im Sommer sind die Parks und Gärten Schauplatz vieler Kunst- und Kulturveranstaltungen wie dem Gartenreichsommer. Fünf Ferienwohnungen in historischen Gemäuern können direkt über das Gartenreich gebucht werden. Das Gartenreich ist Teil der „Gartenträume“. www.gartenreich.com, www.luther-bauhaus-gartenreich.de Gartenreichsommer Veranstaltungstipp für Kultur- und Naturinteressierte. Jedes Jahr von Mai bis September werden die Parks des Gartenreichs Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe) zum Aufführungsort für Konzerte, Theaterstücke und musikalisch-literarische Besonderheiten unterschiedlicher Genres. Besonderes Highlight sind z.B. die Seekonzerte mit Gondelfahrt und musikalischer Begleitung am Ufer. www.gartenreichsommer.de Gartenreichtour Fürst-Franz Erlebnisreiche, 72 km lange Radtour durch das Gartenreich Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe), benannt nach dem Gartenreich-Begründer Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. Die Strecke führt vorbei an Schlössern, Parkanlagen, Obstbaumalleen und vielen Kleinarchitekturen. Gut ausgebaute ländliche Wege und separate Radwege, komplett beschildert. Anbindung an: Elberadweg, Europaradweg R1, Muldental-Radwanderweg. www.radfahren-in-anhalt.de, www.gartenreich.com Gartenträume (GT) Das gartendenkmalpflegerisch-touristische Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ fasst 40 der schönsten und historisch bedeutsamsten Gartenanlagen in Sachsen-Anhalt zusammen – vom kleinen klösterlichen Kräutergarten bis zum 142 Quadratkilometer großen Gartenreich Dessau-Wörlitz. Die oft aus einem Ensemble aus historischen Bauten und Park bestehenden Anlagen liegen über das ganze Reiseland verteilt und kooperieren - zum Beispiel für Veranstaltungen wie den jährlich bundesweiten Tag der Parks und Gärten - mit dem Bundesverband der regionalen Garteninitiativen, dem Gartennetz Deutschland e.V. Die „Gartenträume“ sind eine von vier Markensäulen im sachsen-anhaltischen Tourismusmarketing. www.gartentraume-sachsen-anhalt.de, www.gartennetz-deutschland.de Geiseltalsee (BB) Der Geiseltalsee (30 km nördlich Halle / 40 km östlich Leipzig) ist mit dem Ende der Flutung 2010 mit 19 Quadratkilometern der größte künstliche See Deutschlands. Er bedeckt das (Braunkohle-) Tagebaurestloch Geiseltal (2.600 Hektar) und gehört zum „Blauen Band“. www.geiseltalsee.com Genthin (BB, SdR) Die Kleinstadt (12. Jh. erwähnt) liegt im Landkreis Jerichower Land östlich der Elbe an der Grenze zu Brandenburg. In der Kirche im Ortsteil Altenplathow befindet sich eine seltene Figurensteinplatte aus dem Mittelalter, die den ca. 1170 verstorbenen Herrn der ehemaligen Burg Plote, Hermann von Plotho, darstellt („Straße der Romanik“). Die Stadt liegt am Elbe-Havel-Kanal („Blaues Band“). www.genthin.de Georgium (GT) Das Georgium ist neben den Wörlitzer Anlagen der kunsthistorisch bedeutsamste Landschaftspark englischen Stils im Gartenreich Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe). Angelegt ab 1780 von Prinz Johann Georg, dem jüngeren Bruder des Gartenreich-Begründers Fürst Franz. An den Georgengarten anschließend liegt die naturnahe Auen- und Bruchlandschaft Beckerbruch mit vielen Denkmälern und Kleinarchitekturen. Das Schloss Georgium beherbergt die Anhaltische Gemäldegalerie mit einer reichen Sammlung altdeutscher und niederländischer Malerei und eine umfangreiche graphische Sammlung. www.gartenreich.com Gernrode (SdR) Der staatlich anerkannte Erholungsort Gernrode (über 1.000 Jahre alt) liegt am Nordrand des Ostharzes an der „Straße der Romanik“. In der romanischen Stiftskirche St. Cyriakus (961) steht die älteste - und erhaltene – Nachbildung des heiligen Grabes. Überdauert haben auch Reste des mittelalterlichen Kreuzganges. Viele Konzerte in der Kirche. Im Ort steht ein Museum zur Geschichte der Harzgeroder-Gernröder Eisenbahn. www.stadt-gernrode.de Glasmanufaktur Harzkristall, Derenburg Die Glasmanufaktur Harzkristall in Derenburg bei Wernigerode im Harz ist eine der wenigen Mundglashütten in Deutschland. Trinkgläser, Vasen, Karaffen, Glastiere, Orchideenstäbe, etc. werden hier noch, wie vor 2.000 Jahren, in Hand- und Mundarbeit hergestellt. Die Manufaktur ist so gut auf Touristen eingestellt, dass sie vom Land Sachsen-Anhalt den „Tourismuspreis 2006“ erhielt. Stündlich wird eine manufakTour angeboten: Gäste können u.a. den Glasmachern zusehen, sogar selbst eine Glaskugel blasen oder in der Schauwerkstatt eine Dekorkugel bearbeiten. Die Manufaktur hat einen Shop. Für Kinder gibt es den Abenteuerspielplatz „Glaszauberland“, ergänzt durch einen kleinen Lehrpfad. www.harzkristall.de Gleim, Johann Wilhelm Ludwig (1719-1803) Gleim wurde in Ermsleben im Ostharz geboren und starb in Halberstadt, seiner Hauptwirkungsstätte. Er war ein Dichter der Aufklärung („Preußische Kriegslieder in den Feldzügen 1756 und 1757 von einem Grenadier“) und hatte einen großen Freundeskreis unter den Literaten seiner Zeit (u.a. Klopstock, Jean Paul, Lessing). Er gründete den „Halberstädter Dichterkreis“. An ihn erinnert in Halberstadt das Gleimhaus, ein Museum, dass seinen Nachlass (Bilder, Bücher, Briefe) in seinem ehemaligen Wohnhaus am Dom (dort war Gleim Domsekretär) bewahrt. Das Gleimhaus ist Station von Erlebnis-Stadtführungen. www.gleimhaus.de Glück-Auf-Tour In der Glück-Auf-Tour arbeiten über 70 Einrichtungen (meist Industriedenkmäler) aus 12 Bergbaugebieten Mitteldeutschlands (hauptsächlich aus Sachsen-Anhalt) zusammen: insbesondere Bergwerke, Schaubergwerke, Museen und Hütten. Die Tour ist Teil des touristischen Angebots Sachsen-Anhalts zur Industriekultur. Der Einfluß des Bergbaus und Hüttenwesens auf Region und Kultur soll erlebbar gemacht werden. www.glueck-auf-tour.de Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832) Goethe, in Frankfurt/Main geboren und in Weimar gestorben, ist einer der berühmtesten Schriftsteller und Dichter der Welt. Beispiele für die Beziehung Goethes zu Sachsen-Anhalt: Er war oft und gerne in im Gartenreich Dessau-Wörlitz (Welterbe, „Gartenträume“), half mit, das Theater in Bad Lauchstädt zu gründen. Er war dreimal für längere Zeit im Harz – und auch dreimal auf dem damals noch nicht für Besucher erschlossenen Brocken. Bei seinem ersten Ritt vom Süden zum Norden des Harzes „bestieg“ er 1777, ein damals waghalsiges Unternehmen, den Brocken auf einer Route, die heute als „Goetheweg“ ein beliebter Aufstieg ist. Im Harz schrieb er das Gedicht „Harzreise im Winter“. In seinem Hauptwerk „Faust“ spielen viele Szenen im Harz (Walpurgisnacht auf dem Brocken). Zu Staatsgeschäften war er oft im heutigen Gebiet von Sachsen-Anhalt unterwegs. Goitzsche (BB, GT) Die Goitzsche, auch Bernsteinsee und “Bitterfelder Meer“ genannt, ist ein gefluteter ehemaliger Braunkohletagebau und mit 2.500 Hektar einer der beiden größten künstlichen Seen Deutschlands. Er ist das attraktivste Segelrevier am „Blauen Band“ und hat Bitterfeld zur Hafenstadt mit einem großen Angebot für Wassersportler gemacht. Sehenswürdigkeiten: Pegelturm mit Seebrücke, Agora-Park auf der Halbinsel Pouch (viele Sommer-Veranstaltungen). Teil des Projekts „Kohle-Dampf-Licht“. www.blauesband.de, www.bitterfeld-wolfen.de Goldene Aue Goldene Aue ist ein Begriff für die fruchtbare Senke zwischen dem Harz im Norden, dem Kyffhäuser-Gebirge im Süden, Nordhausen im Westen und der Berg- und Rosenstadt Sangerhausen im Osten. Die alte Ackerbaulandschaft birgt einige der wichtigsten Bauwerke der „Straße der Romanik“ wie die Kaiserpfalz Tilleda, die jährlich Schauplatz eines aufwendig inszenierten mittelalterlichen Kaiserlagers ist. Otto I. wurde im Ort Waldhausen geboren und getauft. www.tourismus-goldeneaue.de Golf Sachsen-Anhalt ist kein typisches Golferland und verfügt nur über einige wenige, dafür aber sehr schöne Golfplätze. Darunter den zum bereits 1923 gegründeten Golf-Club Magdeburg e.V. gehörenden an der historischen Pferderennbahn des Herrenkrugparks („Gartenträume“), den Golfclub im ACAMED Resort in Neugattersleben nahe Bernburg an der Saale und den Golfclub Schloss Meisdorf e.V. (erster 18-Loch-Golfplatz Sachsen-Anhalts) auf den Hügeln des östlichen Harzvorlandes über dem romantischen Selketal. www.sachsen-anhalt-tourismus.de
Gommern, Wasserburg
Die Wasserburg (948 erstm. erwähnt) von Gommern, gelegen zwischen Elbaue und Fläming im Süden des Jerichower Landes südöstlich von Magdeburg, wurde auf eine slawische Wallburg auf einen aufgeschütteten Hügel im Ehletal gebaut. Die Kernburg mit Bergfried bekam im 13. Jh. eine Erweiterung durch eine Vorburg. Im 16. Jh. wurde die Burg weitgehend abgerissen und als Jagdschloß für die sächsischen Kurfürsten und Herzöge neu gebaut. Der Bergfried wurde auf 40 m erhöht, bekam eine „welsche Haube“ und ist heute das Wahrzeichen der Kleinstadt Gommern. Seit der Wende, besonders nach einem Umbau (Gaststätte mit Hausbrauerei, Hotel), ist sie ein beliebtes touristisches Ziel. www.gommern.de Gondelfahrten Gondelfahrten auf den Seen und Kanälen des 142 Quadratkilometer großen Gartenreichs Dessau-Wörlitz gehören in seinem Herzstück, den Wörlitzer Anlagen, zu den ganz großen Attraktionen. Musikalisch begleitet werden die Gondelfahrten während der Seekonzerte des Gartenreichsommers. Wird Theater auf der Insel Stein gespielt, geht es mit der Gondel dort hin. www.gartenreich.com Goseck (HW, SdR) Die Gemeinde Goseck liegt an der Saale im Süden Sachsen-Anhalts (Landkreis Weißenfels) und ist vor allem durch eine rund 7.000 Jahre alte Kreisgrabenanlage bekannt geworden, deren Umrisse 1991 von Luftbildarchäologen entdeckt wurden. Die nach den Umrissen wieder errichtete gewaltige Anlage entstand ursprünglich schon 2.000 Jahre vor Stonehenge und ist das älteste bekannte Sonnenobservatorium Europas. Die Nachkommen der ersten Bauern Europas bestimmten rund 4.800 v.Chr. ihre Saat- und Erntezeiten mit Hilfe des hölzernen Sonnentempels. Funde sprechen dafür, dass ihre Priester in Goseck sogar Menschen opferten, um eine gute Ernte und den Schutz der Götter zu sichern. Goseck ist einer von vier Routenpunkten an der archäologischen Erlebnisroute „Himmelswege“. Ein Infopunkt im Gosecker Schloss („Straße der Romanik“) informiert in einer Dauerausstellung über Fundgeschichte, Bedeutung und Nutzung der Anlage. www.himmelswege.de Grade, Hans (1879-1946) Hans Grade, in Köslin in Westpommern (heute Polen) geboren, war Maschinenbauer und Unternehmer und einer der bedeutendsten Flugpioniere Deutschlands.1905 gründete er die Grade-Motoren-Werke in Magdeburg (Pionier des Zweitakt-Motors). Am 28.10.1908 startete er auf dem Cracauer Anger (heute Elbauenpark) zu seinem ersten Flug mit einem – um sich nicht zu blamieren, heimlich gebauten – Dreidecker mit Sechszylinder-Zweitaktmotor. Vor der Bruchlandung erreichte er 8 m Höhe und flog 100 m weit. Bis zum Mai 1909 flog er mit diesem Flugzeug auf dem Gelände noch 70 mal (bis zu 700 m). Im gleichen Jahr zog er nach Bork (heute Borkheide) in Brandenburg um. Er gewann mit dem noch in Magdeburg entwickelten Eindecker „Libelle“ 1909 den hochdotierten und heißbegehrten „Lanz-Preis der Lüfte“. Grade gründete die erste Flugschule Deutschlands. www.technikmuseum-magdeburg.de Gröbzig Gröbzig (1176 erstm. erwähnt) ist eine kleine Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld südwestlich von Köthen an dem Flüsschen Fuhne gelegen. Jüdisches Leben hat in der Stadtgeschichte eine bedeutende Rolle gespielt. In der langen Straße steht eine der wenigen Synagogen, die die Reichspogromnacht der Nationalsozialisten unversehrt überstanden hat. Sie ist Teil eines Komplexes mit Schulgebäude, jüdischem Gemeindehaus und jüdischem Friedhof – dem heutigen „Museum Synagoge Gröbzig“. Wahrzeichen der Stadt ist der 1.000 Jahre alte Schlossturm („Mäuseturm“ genannt), der als einziges vom Gröbziger Schloss übriggeblieben ist. www.groebzig.de Gropius, Walter (1883-1969) Gropius wurde in Berlin geboren und starb in Boston. Er war Architekt („Architektur des industriellen Zeitalters)“ und Gründer des Bauhauses, dessen Direktor er zuerst in Weimar und nach dem Umzug 1926 in Dessau 10 Jahre lang war. Mit Le Corbusier und Mies van der Rohe gilt er als Mitbegründer moderner Architektur. Gropius entwarf außer Wohnhäusern auch Möbel, Autos, Lokomotiven und Fabriken. Er schuf das Bauhaus-Gebäude in Dessau-Roßlau. Dieses Haus und die Bauhaus-Meisterhäuser gehören heute zum UNESCO-Welterbe. Großgörschen Das Dorf Großgörschen (1277 erstm. erwähnt) ist heute Teil der Stadt Lützen und liegt im Burgenlandkreis direkt an der Grenze zu Sachsen. Hier fand 1813 die erste Schlacht (über 200.000 Soldaten) der Befreiungskriege gegen Napoleon statt, bei der der preußische Heerführer Gerhard Johann David von Scharnhorst (1755-1813) den Tod fand. Die Ausstellungen im Dorfmuseum erinnern an die Schlacht und an Scharnhorst. Im Schlossmuseum Lützen steht ein Groß-Diorama mit über 5.500 Zinnfiguren. www.luetzen-wiesengrund.de Großjena (BB) Großjena, 1.000 Jahre alt und heute zur Stadt Naumburg (Saale) gehörend, liegt im Burgenlandkreis am Fluss Unstrut (am „Blauen Band“) in der „Toskana des Ostens“, dem Weinbaugebiet an Saale und Unstrut. Auf einem Weinberg liegen Wohnhaus, Radierhäuschen und Grabmal des berühmten Bildhauers, Grafikers und Malers Max Klinger (1857-1920), heute als Museum genutzt. Im Ort: Klassizistisches Gutshaus (1818) mit Park und Orangerie – und Kunsthandel (Klinger-Grafiken und Weimarer Malerschule). Am Rand des Dorfes: 150 m lange „Steinernes Bilderbuch“, 12 in Sandstein gehauene Reliefs mit biblischen Szenen zu Jagd und Weinbau. Am nahe gelegenen "Blütengrund" mündet die Unstrut in die Saale (Fähre). www.saale-unstrut-tourismus.de Großkühnau (GT) Am nördlichen Rand von Großkühnau (945 erstm. erwähnt, heute Stadtteil von Dessau-Roßlau) liegt die jüngste Anlage des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs (UNESCO-Welterbe, „Gartenträume“) und bildet dessen westlichen Abschluss. Der Landschaftspark Großkühnau (ab 1805 gestaltet) ist eine lange und schmale Gartenanlage entlang des Kühnauer Sees. Besonders sehenswert ist das 1818 bis 1820 von Giacobo Pozzi gebaute Weinbergschlösschen. In der Nähe gelegen und eingebunden in die Gestaltung des Parks sind eine neoromanische Kirche und das Schloss Großkühnau, heute Sitz der Verwaltung der Stiftung Gartenreich Dessau-Wörlitz. www.gartenreich.com Grüne Zitadelle von Magdeburg / Hundertwasserhaus Die Grüne Zitadelle ist das letzte und größte Baukunstwerk von Friedensreich Hundertwasser (1928-2000). Das Haus in der Magdeburger Innenstadt, das nach seinen Vorstellungen ein Ort des Friedens im Einklang mit der Natur sein soll, wurde nach seinem Tod am 3.10.2005 fertiggestellt und hat sich zu einem Tourismusmagneten entwickelt. Die Architektur außen wie innen (kein Zimmer wie das andere) ist außergewöhnlich. In dem Haus befinden sich u.a. Wohnungen, Geschäfte, ein Hotel, Café und Restaurant. Es gibt für Besucher täglich stündliche Führungen. www.gruene-zitadelle.de Grünes Band / Mauerfall Der Begriff „Grünes Band“ bezeichnet den nach dem Ende der deutschen Teilung wieder Natur gewordenen ehemaligen Grenzstreifen mit einmaliger Artenvielfalt von Flora und Fauna (ca. 600 besonders gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben hier). Dieses „Grüne Band“ reicht von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof. Es ist 1.393 km lang und 50 bis 200 m breit und in drei Modellregionen unterteilt: „Harz, „Elbe-Altmark-Wendland“, „Naturparke Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald“. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) koordiniert das Naturschutzprojekt. In Sachsen-Anhalt verläuft das „Grüne Band“ z.B. über eine der größten Sehenswürdigkeiten des Reiselandes, den Brocken im Harz, der einst Teil der innerdeutschen Grenze war. Die Wanderroute „Harzer Grenzweg“ führt auf ca. 75 Kilometern und verschwiegenen Grenzpfaden oder dem früheren „Kolonnenweg“ entlang der ehemaligen Grenzlinie. Relikte der deutschen Teilung bewahrt das Freilandgrenzmuseum bei Sorge im Harz. Der künstlerisch gestaltete „Ring der Erinnerung“ und der „Dreiländerstein“ am Jägerfleck bei Benneckenstein sind zeitgenössische Grenzmarken auf dem Weg zum Kloster Walkenried. Informationstafeln klären über die historischen Stätten am Wegesrand und schützenswerte Biotope auf. Das Besucherzentrum des Nationalparks Harz, das „Torfhaus“, ist Ausgangspunkt für geführte Grenzverbindungstouren. Im nördlichen Harzvorland lässt sich entdecken, dass der Harz schon von alters her Grenzland war: auf der Wanderroute „Historische Grenzen“, einer 200 Kilometer langen Spurensuche entlang der im 19. Jh. bestehenden Grenzen. In der Altmark werden Rad- und Wandertouren, Projektwochen für Kinder, Ausstellungen, Künstlerworkshops und verschiedene „Grenzerfahrungspunkte“ angeboten. www.bund.net, www.erlebnisgruenesband.de Gruson, Hermann August Jacques (1821-1895) Gruson, geboren und gestorben in Magdeburg, war Erfinder, Ingenieur, Industrieller, Pflanzenforscher und –sammler. Studium der Naturwissenschaften in Berlin. Er arbeitete in der Maschinenfabrik von Borsig (der mit seinem Vater befreundet und leidenschaftlicher Botaniker war) – hier begann sein Interesse an Maschinenbau und Pflanzenkunde. 1855 gründete er seine eigene Fabrik in Magdeburg, die „Maschinen- und Schiffsbauwerkstatt H. Gruson Buckau-Magdeburg“. Sein Wirken hatte große Bedeutung für den Eisenbahn- und Maschinenbau in Deutschland. Er war auch einer der größten deutschen Rüstungsproduzenten. Mit dem Alter beschäftigte er sich zunehmend mit tropischen und subtropischen Pflanzen, besonders mit Kakteen. Seine Kakteen-Sammlung war die größte Europas, zwei Kakteenarten sind nach ihm benannt. Die Pflanzensammlung vermachte er mit seinem Tod der Stadt Magdeburg. Die Stadt hat nach ihm eine Straße benannt (Grusonstraße), die Uni Magdeburg ein Gebäude der Fakultät für Maschinenbau. In Magdeburg stehen noch heute die weltberühmten Grusonschen Gewächshäuser. Guericke, Otto von (1602-1686) Der in Magdeburg geborene Guericke, sehr lange Bürgermeister der Stadt und einer ihrer berühmtesten Söhne („Galilei Deutschlands“), war Begründer der Vakuumtechnik und der Elektrostatik. Aufsehen erregte sein ab 1657 mehrmals vorgeführter „Magdeburger Halbkugelversuch“: 16 Pferde konnten zwei vakuumierte Halbkugeln nicht auseinanderreißen. Ohne das Vakuum zwischen ihnen waren sie dagegen spielend leicht zu trennen. Guericke war Erfinder der Vakuumpumpe (Luftpumpe) und baute ein Barometer (Er gilt als Wegbereiter der Meteorologie). Und er beschäftigte sich mit Astronomie. Magdeburg bietet einen zwei- bis dreistündigen Stadtrundgang auf der „Guericke-Meile“ an, der auch zum „Otto-von-Guericke-Museum“ in der Lukasklause führt. Die Universität Magdeburg trägt seinen Namen und ein Mondkrater auch – der „Guericke“. www.magdeburg.de |