Landesgartenschauen Bis Ende 2010 fanden in Sachsen-Anhalt drei Landesgartenschauen (LAGA) statt. Die erste 2004 in Zeitz, die zweite 2006 in der Harzstadt Wernigerode und die dritte 2010 in Aschersleben (24.04.-31.10.2010) unter dem Motto „Natur findet Stadt“. Die Havelregion hat den Zuschlag für die Bundesgartenschau (BUGA) 2015 erhalten. Landesgartenschauen sind Großereignisse für die austragenden Regionen und bieten neben botanischer Vielfalt auch ein buntes Rahmenprogramm mit Auftritten und Installationen bekannter Künstler und Veranstaltungshighlights für alle Altersstufen. Oft auch an Korrespondenzstandorten. http://www.landesgartenschauaschersleben2010.de Landesmuseum für Vorgeschichte (HW) Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale), gebaut 1911, ist Deutschlands ältester Zweckbau für prähistorische Archäologie. Sein Sammlungsbestand mit mehr als 12 Millionen Funden vorwiegend mitteldeutscher Herkunft reicht von Nachweisen der ersten Menschen bis in die frühe Neuzeit. Meistbeachtetes Ausstellungs- und Glanzstück einer sehr modern gestalteten und besonders informativen Dauerausstellung (ohne große Barrieren; Schubladen, die auch geöffnet werden dürfen; Entdeckungen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen; imposante Blockbergungen) ist das Original der „Himmelsscheibe von Nebra“, die mit 3.600 Jahren als älteste konkrete Sternenabbildung der Welt gilt. Ihr Fund in Sachsen-Anhalt war Anlass für die touristische Erlebnisroute „Himmelswege“. Das Landesmuseum ist Routenpunkt der „Himmelswege“ und wurde 2008 umfassend saniert. www.archlsa.de Landsberg (SdR) Die Stadt Landsberg (961 erwähnt) liegt im Saalekreis, knapp 20 km nordöstlich von Halle (Saale) an der Grenze zu Sachsen an der „Straße der Romanik“. Von weitem erkennbares Wahrzeichen der Stadt ist die romanische Doppelkapelle St. Crucis (12. Jh.) auf dem Kapellenberg. Sie ist als einziges von der ehemaligen Burg Landsberg übriggeblieben. Sehr schöner Kapitellenschmuck; Säule aus rötlichem Marmor, aus der am Karfreitag Blut und Wasser fließen soll („Blutsäule“); geschnitzter Altar (ca. 1525) von Stephan Hermsdorf. Auch sehenswert ist die Stadtkirche St. Nicolai (ursprünglich um 1200). www.stadt-landsberg.de Landschaften Sachsen-Anhalt bietet sehr abwechslungsreiche Landschaften - von der weiten flachen Altmark über Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge, den Harz, bis zur mediterran anmutenden Saale-Unstrut-Region mit ihren Burgen, Schlössern und Weinhängen. Gebirge: Harz und Harzvorland mit Naturpark, Geopark und Nationalpark Harz, Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Altmark: urwüchsiges, flaches, dünnbesiedeltes Land (ideal für Reiter und Radwanderer). Magdeburger Börde: sanft gewellte bis hügelige Feld- und Wiesenlandschaft (fruchtbarster Boden Deutschlands). Heidelandschaften: Dübener Heide, Colbitz-Letzlinger-Heide (größter zusammenhängender Lindenwald Europas). Fläming: waldreiche Endmoränenlandschaft. Moore: Naturpark Drömling. Flusslandschaften: Elbauen bei Magdeburg und Dessau-Roßlau, UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe, Saale- und Unstruttal (Weinbau seit über 1000 Jahren), Havelland (Paradies für Wassersportler), Gartenreich Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe). Mansfelder Land: geprägt von Jahrhunderten der Kupferschieferbergbautradition. Tagebau-Folgelandschaften: Ferropolis (nahe Gräfenhainichen), Goitzsche (nahe Bitterfeld), Geiseltal (nahe Halle/Saale), Harzer Seeland (nahe Aschersleben).
Landurlaub / Familienurlaub
Traumhafte Weite, Ruhe, Natur und viele Landurlaub-Erlebnisse für Familien bietet vor allem die Altmark im Norden des Reiselandes: Reiten, Radfahren, Baden, Urlaub auf dem Bauernhof, Übernachten im Heuhotel oder in der Ferienwohnung in historischem Gemäuer. Angebote für Landurlaub in ganz Sachsen-Anhalt enthält die kostenfreie Broschüre „Erlebnis Landurlaub“ der Tourismus-Marketing Sachsen-Anhalt GmbH. Für kleine Entdecker sind die Mittelaltererlebnisse an der „Straße der Romanik“ ganz große Abenteuer, z.B. die Kinderkemenate auf Schloss Neuenburg/Freyburg oder die "Megedeborch" im Magdeburger Kulturhistorischen Museum. Auf den „Himmelswegen“ können sie sich kindgerecht in der Arche Nebra auf die Spuren früher Sternengucker machen. An den vielen Flüssen und Seen des „Blauen Bandes“ lässt es sich wunderbar Pirat und in der Westernstadt Pullman-City im Harz Cowboy und Indianer sein. www.landurlaub-sachsen-anhalt.de Langenstein Der Ort Langenstein ist ein Ortsteil der Stadt Halberstadt, fünf Kilometer südlich des Stadtkerns, im Landkreis Harz. Das Schloss Langenstein (1777) ließ Freifrau Maria Antoinette von Branconi, die mit Goethe befreundet war, erbauen. Der dazugehörende Landschaftspark wurde geplant vom Muskauer Garteninspektor Eduard Petzold (in Diensten von Fürst Pückler). Sehenswert sind auch die Höhlenwohnungen in Langenstein, in denen Menschen bis ins 20. Jh. gewohnt haben. In Langenstein befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus eine Außenstelle des Konzentrationslagers (KZ) Buchenwald (heute Gedenkstätte). www.langenstein-vorharz.de Laucha Die Kleinstadt Laucha liegt in der Burgen- und Weinregion Saale-Unstrut am Fluss Unstrut, umgeben von Muschelkalkbergen, an deren Hängen Wein angebaut wird. Bekannt ist das Glockenmuseum in einer alten Glockengießerei, seit 1932 ein technisches Denkmal. Hier hat die Glockengießer-Familie Ulrich von 1732 bis 1911 auf nur 100 Quadratmetern über 5.000 Bronzeglocken gegossen. Die Stadt ist umschlossen von einer 1.112 m langen gut erhaltenen Stadtmauer. Sehenswert sind auch das Rathaus (16. Jh.) und die Marienkirche (15. Jh.). Flugplatz für Motor- und Segelflieger. www.stadt-laucha.de Leitzkau (SdR) Das Dorf Leitzkau liegt an der „Straße der Romanik“ im Landkreis Jerichower Land zwischen Gommern und Zerbst. Es gehört zur Stadt Gommern und liegt zwischen zwei Hügeln. Auf dem einen steht die Schlossanlage Leitzkau mit der Stiftskirche Sancta Maria in Monte – auf dem anderen die Dorfkirche St. Petri. Die Klosteranlage (12. Jh.) wurde im 16. Jh. im Stil der Renaissance zur Schlossanlage umgebaut, die romanische Stiftskirche ist heute eine restaurierte Ruine. Die St.-Petri-Kirche (geweiht 1114), eine dreischiffige Basilika, ist die älteste Steinkirche östlich der Elbe. Das Schloss, erbaut im Stil der Weser-Renaissance, gehörte jahrhunderlang der Familie von Münchhausen. www.gommern.de, www.romanikstrasse.de Letzlingen Das Heidedorf Letzlingen liegt im Süden des Altmarkkreises Salzwedel in der Colbitz-Letzlinger-Heide. Sehenswert: das einzig erhaltene Hohenzollernschloss in Sachsen-Anhalt, das Jagdschloss Letzlingen (16. Jh., mit neugotischer Innenausstattung) nebst Kavaliers- und Kastellanhaus, und die gegenüberliegende Schlosskirche (19. Jh.) im Tudorstil. Im Schloss befinden sich ein Hotel und Gastronomie. www.letzlingen.de Leuna Leuna (1169 erwähnt), Industrie- und Gartenstadt, liegt ca. 10 km südlich von Halle (Saale) im Saalekreis. Seit 1916 entwickelte sich die Stadt zu einem der größten Chemiestandorte Europas (Leuna-Werke). Leuna hat heute die modernste Raffinerie Europas. Sehenswert ist neben den Industrieanlagen das Kerngebiet der Stadt, die Siedlung „Neu Rössen“, eine zwischen 1917 und 1927 gebaute Gartenstadt, die als größte Europas gilt, und das größte Flächendenkmal im Saalekreis darstellt. www.leuna-stadt.de Literatur Kostenloses Infomaterial zum Reiseland Sachsen-Anhalt kann über 0391 562 838 20 und/oder im Internet unter www.sachsen-anhalt-tourismus.de bestellt werden. Die Website bietet neben einem Online-Katalogbestellservice einige Broschüren auch als E-Book (online lesen) an. Loburg (SdR) Die Kleinstadt Loburg (965 erwähnt) liegt knapp 30 km östlich von Magdeburg und ist ein Ortsteil der Stadt Möckern im Landkreis Jerichower Land. Mit der Ruine der Kirche „Unser Lieben Frauen“ liegt Loburg an der „Straße der Romanik“. Die Kirche aus dem 12. Jh. war eine dreischiffige Basilika aus Feldsteinen. Erhalten sind u.a.: Teile des Turms, der Chor, die Rundbogenöffnung zum Langhaus, Teile des Triumphbogens. In der Ruine finden Konzerte statt. Sehenswert sind in der Stadt auch der Bergfried der nicht mehr erhaltenen Burg Loburg und die Ortskirche St. Laurentius. www.romanikstrasse.de Luchse Luchse sind in Sachsen-Anhalts gut geschützter und urwüchsiger Natur wieder heimisch und können z.B. auf geführten Wanderungen mit dem Nationalpark-Ranger im Harz entdeckt werden. Ihre Art war vor rund 200 Jahren in Mitteleuropa bereits ausgestorben. In den 1970er Jahren starteten erste Schutzbemühungen. Mit dem „Luchsprojekt Harz“ wurde Anfang 2000 erstmals in Deutschland erfolgreich ein Wiederansiedlungs-versuch für die größte europäische Katze gestartet. Angebote wie die „Luchsspurensuche“ im Winter oder sommerliche Wandertouren auf den Spuren der Luchse begeistern die ganze Familie. Meist garantiert sind Luchssichtungen im Luchsschaugehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg. www.luchsprojekt-harz.de Luisium (GT, Unesco-Welterbe) Das Luisium ist eine der zum Gartenreich-Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe) gehörenden Parkanlagen und liegt am östlichen Stadtrand von Dessau-Roßlau. Die Anlage gilt als das Meisterwerk Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorffs und war einst Landsitz der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau. Die kleinen Räume und Kabinette des Landhauses im klassizistischen Stil mit ihren feinen Stuckdekorationen und Wandgemälden sind weitgehend original ausgestattet. www.gartenreich.com
Luther, Martin (1483-1546)
Martin Luther wurde 1483 in Eisleben im heutigen Sachsen-Anhalt geboren und war der Wegbereiter der Reformation. Als ihr Ausgangspunkt gilt der Anschlag seiner 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Der zu den Augustinermönchen gehörende Theologieprofessor Luther orientierte sich ausschließlich an Jesus Christus als dem „fleischgewordenen Wort Gottes“. Seine berühmten Predigten und Schriften, allen voran die erste für jedermann (der lesen konnte) lesbare und verständliche Bibel, die „Lutherbibel“, veränderten die Gesellschaft im ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit nachhaltig. Fürstentümer seiner Zeit nutzten Luthers reformatorische Thesen dazu, die bis dahin beinahe unantastbare Macht der Päpste und Kaiser ins Wanken zu bringen. Obwohl von Luther eigentlich gar nicht beabsichtigt, führte seine Denkweise schließlich zu einer Kirchenspaltung (Bildung evangelisch-lutherischer Kirchen und weiterer Konfessionen des Protestantismus). Luther starb 1546 in Eisleben. Die Lutherstätten und -Städte in Sachsen-Anhalt, vor allem Wittenberg, Eisleben und Mansfeld, sind bis heute erlebbar und mit vielfältigen touristischen Angeboten erschlossen. Im Jahr 2008, in dem sich der Einzug Luthers in Wittenberg zum 500. Mal jährte, begann eine gemeinsam von evangelischer Kirche und Bundesrepublik Deutschland getragene Reformationsdekade unter dem Titel "Luther 2017. 500 Jahre Reformation". Ihren Höhepunkt findet diese Dekade im Jahr 2017, dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Luther.www.luther2017.de;www.luther-bauhaus-gartenreich.de Lutherdekade / Reformationsdekade Martin Luther wurde 1483 in Eisleben im heutigen Sachsen-Anhalt geboren und war der Wegbereiter der Reformation. Als ihr Ausgangspunkt gilt der Anschlag seiner 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Im Jahr 2008, in dem sich der Einzug Luthers in Wittenberg zum 500. Mal jährte, begann eine gemeinsam von evangelischer Kirche und der Bundesrepublik Deutschland getragene Reformationsdekade (auch Lutherdekade genannt) unter dem Titel "Luther 2017. 500 Jahre Reformation". Ihren Höhepunkt findet diese Dekade im Jahr 2017, dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Luther. In der Lutherdekade 2008-2017 wird das breite Themenspektrum der Reformation in Themenjahren veranschaulicht und mit vielen Veranstaltungshöhepunkten gefüllt. Einerseits verknüpft mit den historischen Gedenkjahren (450. Todestag Melanchthons 2010 oder der 500. Geburtstag Lucas Cranachs d.J. 2015) und andererseits verbunden mit Impulsen der Reformation, die bis in unsere heutige Zeit reichen. Themenjahre: 2010: Reformation und Bildung, 2011: Reformation und Freiheit, 2012: Reformation und Musik, 2013: Reformation und Toleranz, 2014: Reformation und Politik, 2015: Reformation - Bild und Bibel, 2016: Reformation und die Eine Welt, 2017: 500 Jahre Reformation. www.luther2017.de Luther-Bauhaus-Gartenreich „Luther-Bauhaus-Gartenreich“ bezeichnet eine Region im Südteil Sachsen-Anhalts um drei UNESCO-Welterbe-Stätten: die Lutherstadt Wittenberg, das Bauhaus Dessau und das Gartenreich Dessau-Wörlitz, welches gleichzeitig Teil des ebenfalls UNESCO-geschützten Biosphärenreservats Mittelelbe ist. Zwischen den einzelnen Welterbe-Orten liegen nie mehr als 35 km. Damit sind nirgendwo sonst in Deutschland so viele Welterbe-Orte so nah zusammen. Zahlreiche Erlebnisangebote! www.luther-bauhaus-gartenreich.de Luthers Hochzeit Jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juni findet in der Lutherstadt Wittenberg das Stadtfest „Luthers Hochzeit“ an Originalschauplätzen der Reformation statt. Das geschichtsträchtige Spektakel mit allerlei alten Gewerken und Kostümen gilt als eines der schönsten Stadtfeste Deutschlands und wird über drei Tage ausgetragen. Höhepunkt ist ein historischer Festumzug, der die Hochzeit Luthers mit der aus einem Kloster entflohenen Nonne Katharina von Bora nachstellt. Dem Paar Martin und Katharina jubeln rund 2.000 Hochzeitsgäste zu, wenn sie durch die Wittenberger Altstadt ziehen. Fanfarenzüge, Musikantengruppen, Pferde, Ziegen, Hunde, Esel, Hühner, Gänse und Frettchen sind beim Festumzug zu bewundern. Außerdem: historischer Kinder-Festumzug. Rund 100.000 Besucher, meist mehr als 80 Stunden Programm. www.lutherhochzeit.de
Lutherstadt Eisleben / Lutherstätten (UNESCO-Weltkulturerbe)
Die Lutherstadt Eisleben liegt im östlichen Harzvorland und ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis Mansfeld Südharz. Der Name „Islevo“ tauchte erstmals am 23. November 994 in einer Urkunde König Ottos III. auf. Er bestätigte Eisleben das Markt-, Münz- und Zollrecht. Berühmtester Sohn der damit mehr als 1.000 Jahre alten Stadt ist der Reformator Martin Luther, der 1483 in Eisleben geboren wurde und 1546 hier auch starb. Seit 1946 hat Eisleben den Namenszusatz „Lutherstadt“, seit 1996 gehören die Lutherstätten (das Geburtshaus Luthers und sein Sterbehaus an anderer Stelle in der Stadt) zum Welterbe der UNESCO. Luthers Geburtshaus gilt als ältestes Geschichtsmuseum Deutschlands und beherbergt eine Dauerausstellung zur Herkunft, Kindheit (die er auch im nahen Mansfeld verbrachte) und Jugend Luthers. In der nicht weit entfernten Kirche St. Petri-Pauli wurde Luther getauft. Gegenüber der Marktkirche St. Andreas (wo Luther nur wenige Tage vor seinem Tod noch predigte - Predigtkanzel im Original noch erhalten) steht sein Sterbehaus (Ausstellung zu Luthers Wirken im Mansfelder Land, zur Geschichte der Bibelübersetzung und zu Luthers letzten Tagen). Außerdem sehens- und erlebenswert: Historischer Marktplatz mit Lutherdenkmal; Eisleber Wiesenmarkt (jährlich am dritten Wochenende im September); Kloster St. Marien zu Helfta („Straße der Romanik“); Mansfeld-Lutherstadt. In der Nähe: Europa-Rosarium Sangerhausen, Weinstraße Mansfelder Seen, Schloss Seeburg („Straße der Romanik“). www.eisleben.eu Lutherstadt Wittenberg / Lutherstätten (BB, UNESCO-Weltkulturerbe) Die Lutherstadt Wittenberg liegt an der Elbe im Südosten Sachsen-Anhalts in der Reiseregion Anhalt-Wittenberg. Die erste urkundliche Erwähnung Wittenbergs datiert auf 1180 zurück. 1293 wurde der Siedlung durch den Askanier Herzog Albrecht II. von Sachsen-Wittenberg das Stadtrecht verliehen. Schon 1502 wurde die für ihre Rolle in der Reformationsgeschichte berühmte Wittenberger Universität „Leucorea“ (heute Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) durch Kurfürst Friedrich den Weisen gegründet. 15 Jahre später, am 31. Oktober 1517, soll Martin Luther (1483-1546), der auch Dozent der Universität war, seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der städtischen Schlosskirche geheftet haben. Wittenberg gilt deshalb als Ausgangspunkt der Reformation. Von hier verbreiteten sich Luthers Ideen wie ein Lauffeuer um die Welt. Jedes Jahr am 31. Oktober wird von den evangelischen Christen der Reformationstag zum Gedenken an diesen Wendepunkt in der Weltgeschichte gefeiert. Das Wittenberger Reformationsfest gilt als eines der schönsten seiner Art. Außerdem besonders erlebenswerte Feste sind das Stadtfest „Luthers Hochzeit“, jährlich jedes zweite Wochenende im Juni, und der Wittenberger Töpfermarkt, immer am letzten Wochenende im September. In der prächtigen Stadt an Deutschlands zweitgrößtem Strom hat Luther die längste Zeit seines Lebens gelebt, gepredigt und gelehrt. Seit 1939 hat Wittenberg den Namenszusatz „Lutherstadt“, seit 1996 gehören die Lutherstätten der Stadt zum UNESCO-Welterbe: das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadt- und die Schlosskirche. Das Lutherhaus (ehemaliges Wohnhaus Luthers) ist das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Ausgestellt sind hier wertvolle Originale wie Luthers Predigtkanzel, seine Mönchskutte, zahlreiche Gemälde seines Freundes Lucas Cranach des Älteren, Handschriften, Drucke und Luthers Bibelübersetzung. Hier entstanden Luthers wichtigste Werke, hier hielten er und sein Freund und Mitstreiter Phillip Melanchthon Vorlesungen. Die Lutherstube war der Ort der Tischgespräche und ist nahezu unverändert erhalten. Melanchthons Haus liegt nur wenige Schritte entfernt. Die Wittenberger Stadtkirche war Luthers Predigtkirche und Hauptschauplatz der Reformation. Begraben liegt Luther (und auch Melanchthon) aber in den Mauern der Schlosskirche, deren „Thesentür“ ebenfalls erhalten ist. Die Cranach-Höfe beherbergen die Malschule, in der alle bekannten Cranach-Gemälde, die ersten Bibeldrucke und die Illustrationen zu Luthers Schriften entstanden. Besonders sehenswert sind neben den Lutherstätten und der Universität auch das historische Rathaus, das Bugenhagenhaus, die Hundertwasserschule, die Piesteritzer Werkssiedlung, das Haus der Geschichte und die Luthereiche. Der Elberadweg und der Radweg Berlin-Leipzig sowie der Europaradweg R1 führen durch die historische Altstadt und kreuzen sich am Wittenberger Markt. Auch auf dem Lutherweg (Pilger- und Wanderweg) lassen sich Luthers Spuren verfolgen. In der Nähe: weitläufige Elbauen, Wörlitzer Park/Wörlitzer Anlagen (Gartenreich Dessau-Wörlitz), die Bauhausstadt Dessau-Roßlau. www.wittenberg.de Lutherstädte Im Ursprungsland der Reformation liegen viele Originalschauplätze des Reformators Martin Luther. Drei sachsen-anhaltische Städte tragen „Luther“ auch im Namen - Lutherstadt Eisleben, Lutherstadt Wittenberg und Mansfeld-Lutherstadt.
Lutherweg
Der Lutherweg ist ein Pilger- und Wanderweg und verbindet in Sachsen-Anhalt auf 410 km bedeutende Originalschauplätze des Lebens Martin Luthers und damit der Reformation. U.a. die Lutherstädte Eisleben, Wittenberg und Mansfeld. Er hat Anschluss an den St. Jakobus Pilgerweg und führt durch viele einmalige Landschaften, entlang romanischer Bauwerke an der „Straße der Romanik“, historischer „Gartenträume“-Parks und einiger Flüsse und Seen des „Blauen Bandes“. Viele Kirchen laden zur Besichtigung und zum Innehalten ein. Mit Pilgerpass erwanderbar. 2017 wird der Lutherweg zum 500. Jubiläum des Lutherschen Thesenanschlags zentraler Pilgerweg in Sachsen-Anhalt sein. www.lutherweg.de, www.tourismusregion-wittenberg.de Lützen Lützen liegt im Burgenlandkreis 10 km südwestlich von Leipzig. Berühmt geworden ist die Stadt durch die „Schlacht bei Lützen“ (1632), bei der im 30jährigen Krieg der schwedische König Gustav II. Adolf fiel. Die „Gustav-Adolf-Stadt Lützen“ erinnert an den „Retter des Protestantismus“ an mehreren Orten: Gustav-Adolf-Gedenkstätte mit Denkmal, Kapelle und zwei schwedischen Holzhäusern am Todesort; Gustav-Adolf-Gedenkkirche im Ort(steil) Meuchen; Museum im Lützener Schloss (13. Jh.) mit einem Großdiorama über die Schlacht (3.600 Zinnfiguren). Im Museum ist auch ein Großdiorama über die Schlacht bei Großgörschen (gehört heute zur Gemeinde Lützen) von 1813 (Napoleonische Befreiungskriege) mit 5.500 Zinnfiguren zu sehen. www.luetzen-info.de, www.luetzen-wiesengrund.de |